Hegegemeinschaft Osterzgebirge

Wildbewirtschaftung und Gruppenabschußplan, aktuelle Zahlen unten!

Die Hegegemeinschaft soll die Populationen des Rotwildes (als Leitwildart), des Muffelwildes und des Damwildes geordnet bewirtschaften helfen. Der Wirkungsbereich ersteckt sich über den Lebensraum des Rotwildes im Osterzgebirge; im Wirkungsbereich sind die meisten Reviere Mitglied der Hegegemeinschaft.

Die HG entwickelt für alle Reviere im Wirkungsbereich eine populationsübergreifende Bewirtschaftung, so zum Beispiel Abschußzahlen für 3 Jagdjahre (Plan), in die ALLE Reviere des Wirkungsbereiches mit einfliessen, ob Mitglied oder Nichtmitglied.

Nur so ist wildökologisch sichergestellt, dass sowohl ein ausreichender Abschuss z.B. in waldbaulicher Hinsicht, als auch eine Sicherstellung der Population nach Wildart und deren Befindlichkeiten gesichert ist.

 

Die Gesamtbewirtschaftung gliedert sich also in

  1. Gruppenabschussplan des Forstbezirkes Bärenfels
  2. Gruppenabschussplan der Hegegemeinschaft aus Eigenjagd und Pacht
  3. Einzelabschusspläne von Mitgliedern der HG, die nicht dem Gruppenabschussplan beigetreten sind
  4. Einzelabschusspläne von Nichtmitgliedern der HG, deren Jagdrevier aber im Wirkungsbereich der HG liegt.

  

Durch die Mitgliedschaft in der Hegegemeinschaft und den Beitritt zum Gruppenabschussplan  (beides ist freiwillig und basiert auf Einsicht ) fällt für das einzelne Revier weniger Bürokratie an, und die Verwaltungskosten werden gering gehalten.

Der Gruppenabschussplan bietet den Vorteil, dass das Wild (Rotwild, Muffelwild, Damwild) im Rahmen der Populationsbewirtschaftung dort gestreckt werden kann, wo es sich zeitlich und räumlich aufhält.

Er wird für jeweils 3 Jahre vom Gruppenabschusskoordinator erstellt, bei der Unteren Jagdbehörde beantragt und in den 3 Durchführungsjahren überwacht. Hierdurch kann lenkend eingegriffen werden, da die Populationen nach Alter und Geschlecht in bestimmten Quoten bejagt werden sollen.

Weder soll und darf eine Population in eine nicht lebensfähige Größenordnung dezimiert werden -es muß eine wildartgerechte Bejagung erfolgen-, noch darf die Wilddichte so sein, dass Verbiss- und Schälschäden in der Forstwirtschaft oder Schäden in der Landwirtschaft über ein tolerierbares Mass hinausgehen.

Diese Ziele zu erreichen dient unter anderem der Gruppenabschußplan.

Verantwortlich für den Gruppenabschussplan und die Abschussplan-Koordination in der Hegegemeinschaft Osterzgebirge ist Carsten Geißler, der Fragen hierzu gern unter kontakt@jagd-osterzgebirge.de beantwortet.

AKTUELLE ZAHLEN:

Der Gruppenabschußplan der Hegegemeinschaft Osterzgebirge steht zur Zeit (08.10.18) wie folgt:

Rotwild: 

 

Hier sieht jeder Laie, dass der Erfüllungsstand der AK 2 und AK 3 männlich deutlich überproportional im Erfüllungsstand ist, ebenso wie der der AK 1 weiblich.

 

Muffelwild: 

Auch hier kann jeder erkennen, daß die AK 2 männlich deutlich überproportional erfüllt ist, ebenso wie die AK 1 weiblich. Sehr gut das ausgeglichene Geschlechterverhältnis!

 

Im von der Unteren Jagdbehörde bewilligten 3-Jahres-Plan der 22 Reviere des Gruppenabschussplanes sind geplant:

ROTWILD(Plan):          393 Stück (erlegt per 30.09.2018:  87 männlich, 89 weiblich)

MUFFELWILD(Plan):    170 Stück  (erlegt per 30.09.2018: 39 männlich, 39 weiblich)

DAMWILD(Plan):            15 Stück   (erlegt per 31.01.2018: 1 männlich, 1 weiblich)

 

Im 3-Jahres-Plan des Forstbezirkes Bärenfels sind geplant:

550 Stück Rotwild          (erlegt per 31.01.2018: 144 männlich,       130 weiblich)

und 80 Stück Muffelwild (erlegt per 31.01.2018: 4 Stück männlich, 16 Stück weiblich).

Gesamt Rotwild Wirkungsbereich Hegegemeinschaft (auch Nichtmitglieder):

 

 

Alle Reviere im Wirkungsbereich der HG Osterzgebirge sollten sich diese Zahlen ansehen, bevor sie weid- und sachgerecht zu Werke gehen.

Darüber hinaus müssen wir an die VERNUNFT und Rücksichtnahme durch die Freizeitnutzer appellieren!

Lasst dem Rotwild nach Einbruch der Dämmerung auf den Äsungsflächen seine Ruhe!

Es wird sonst direkt in die Waldrandbereiche verdrängt und richtet in den forstlichen Kulturen Schäden an.

Das Jagdruhezonenprojekt der Hegegemeinschaft aus Forstbezirk Bärenfels und GJB Dippoldiswalde im Winter 2017/2018 hat bewiesen, dass Jagdruhe, Zusammenarbeit mit örtlicher Agrargenossenschaft, Besucherlenkung und Information der Bürger mehr dazu beiträgt, Schäl- und Verbissschäden zu vermindern, als verständnisloses Jagen zu allen Zeiten an allen Orten.

Die Jäger dürfen das Rotwild nach neuer Rechtslage in Sachsen nicht mehr in der Nacht bejagen (Ausnahmen auf Antrag).

Das ist zwar fachlich richtig, die Voraussetzungen durch Ausweisung von Wildruhezonen, Besucherlenkung oder Aufklärung der Menschen, die sich in der Natur bewegen, sind dafür leider bislang nicht ausreichend. Vielleicht kann unsere Homepage ja dazu beitragen!

Die Dämmerung und Dunkelheit sollte den Wildtieren vorbehalten sein - vor allem abseits der Wege und im Winter!

Stört bitte nicht die "Lebensgemeinschaft WALD"!

JAGD IST ANGEWANDTER NATURSCHUTZ! Bitte helfen Sie uns dabei!

 

 Foto: Wolfram Gläser