Hegegemeinschaft Osterzgebirge

 

Einen aktuellen Filmbeitrag zum Rotwild finden Sie auf YouTube unter

 

https://www.youtube.com/watch?v=Na39kUE1bAE

HG-Vorstand berät am 27.02.2018 in Bärenfels

Der Vorstand der Hegegemeinschaft, wiederum angereichert durch Dr. Irrgang und Herrn Hommel, wurde von Herrn Thomae und Herrn Polaczek von der Geschäftsleitung des Staatsbetriebes Sachsenforst über den weiteren Verlauf des SBS/TU-Dresden - Rotwildprojektes informiert.

Ein Schwerpunkte dabei war, dass der SBS mit der TU anstrebt, eine wildökologische Raumplanung analog Prof.Reimoser (Uni Wien) und dem Forstbetrieb Thüringen zu entwickeln.

Zwei Arreale im Wirkungsbereich der HG wären dann Rotwild-Verdrängungsgebiete (zusammen ca. 1.300 ha), in denen durch wildartunterschiedliche ganzjährige Bejagungsunruhe das Rotwild vergrämt werden soll, um ungeschützten Weißtannen-Waldbau zu ermöglichen. Hierzu fordert Vorstandsmitglied Carsten Geißler einen Korridor im Verdrängungsgebiet bei Reichenau,  um den Rotwild - Zug Richtung Weißeritztal bzw. Tharandter Wald weiterhin zuzulassen, da sonst eine genetische Verarmung stattfände.

Das "grüne" Gebiet zwischen Altenberg und Schmiedeberg wäre -da fichtendominiert- ein weniger druckvoll bejagtes Gebiet, und Ziel wäre es, auch die angrenzenden Pachtgebiete dazu zu bewegen, eine Bejagung nur im 2. Halbjahr, also 01. Juli bis 31. Dezember durchzuführen, um gerade dem Rotwild hohe Ruhepotentiale zuzugestehen. Hierzu müssten wir sicherlich Jagd- und Agrargenossenschaften mit in´s Boot holen, wenn das auch nur annähernd umgesetzt werden sollte.

Vorsitzender Norman Moucha und Vorstand Carsten Geißler schlagen vor, über Fördermittel eine 2-Jahres-Stelle einzurichten, um ein wissenschaftlich gestützes Wildtiermanagementkonzept für den Wirkungsbereich unserer HG zu entwickeln, mit Eigentümern und Landnutzer abzustimmen, und wirkliche Lebensraumverbesserung zu erreichen - dies unter Einbeziehung des vorliegenden Jagd- und Wildtiermanagement-Konzeptes unseres Mitglieds Forstbezirk Bärenfels.

Diese Aufgabe ist ehrenamtlich nicht zu erbringen. Wir arbeiten an der Umsetzung dieses Planes.

Autor: Carsten Geißler

 

Brut- und Setzzeit: Rücksicht nehmen

Naturbesucher aufgepasst: Im Frühling gleichen Wald und Flur einer großen Kinderstube. Wildtiere sind jetzt besonders schutzbedürftig.

(Berlin, 17. April 2018) Mit den wärmeren Temperaturen beginnt die sogenannte Brut- und Setzzeit – die heimische Natur verwandelt sich in eine große Kinderstube. Hase, Hirsch, Ente, Reh oder Wildschwein: Viele heimische Wildtiere bringen in den Frühjahrsmonaten ihren Nachwuchs zur Welt und brauchen viel Ruhe. Damit die Jungtiere problemlos aufwachsen können, bittet der Deutsche Jagdverband (DJV) Erholungssuchende und Hundehalter um Rücksicht und Einhaltung einiger einfacher Verhaltensregeln.

Wege nicht verlassen

Wildtiere halten sich besonders gern im Dickicht der Wälder, Knicks und Feldhecken oder im hohen Gras auf. „Es ist daher unbedingt notwendig, diese Ruhezonen zu meiden und die Wege nicht zu verlassen”, appelliert Detlef Zacharias, DJV-Präsidiumsmitglied. Vor allem frei laufende Hunde können eine Gefahr für trächtige Tiere und brütende Vögel sowie deren Nachwuchs darstellen. Vierbeiner sollten deshalb in diesen sensiblen Bereichen am besten an die Leine. Über die unterschiedlichen Regelungen informiert das örtliche Ordnungsamt.

Wildtiernachwuchs nicht anfassen

Aufgefundenes Jungwild auf keinen Fall berühren! Scheinbar verwaiste Rehkitze oder Junghasen sind meistens gar nicht so hilflos, wie es vielleicht den Anschein hat. Der gut getarnte Nachwuchs wird in den ersten Lebenswochen von den Müttern oft viele Stunden allein gelassen und nur zum Säugen aufgesucht – der beste Schutz vor Fressfeinden. Die Küken bodenbrütender Vögel sind oft „Nestflüchter“ und laufen selbstständig umher, werden aber dennoch weiter von den Eltern versorgt. Erst durch Menschengeruch werden Jungtiere wirklich zu Waisen.

Wildtier gefunden, was nun?

Naturbesucher sollten vermeintlich verletzte, geschwächte, kranke oder anderweitig gefährdete Wildtiere aus sicherer Entfernung beobachten und im Zweifelsfall einen ortsansässigen Jäger kontaktieren, der den Zustand einschätzen kann, oder die Polizei informieren.

 

Quelle: DJV

HG - Vorstand berät am 09.01.2018 in Bärenfels

Der Vorstand der Hegegemeinschaft, angereichert durch Dr. Irrgang und Herrn Hommel, traf sich in Bärenfels zur ersten Sitzung im Jahr 2018.

Wir hatten den tschechischen Jagdfreund von Vorstand Heinz Günther, den Förster im Ruhestand Thomas Hanuschek zu Gast, der uns vieles über das Jagdsystem in Tschechien berichtete - vielen Dank dafür! Die Einblicke in die tschechischen Bedingungen und den Zustand der Rotwildpopulation dort gaben den meisten von uns zu denken.

Um die Population vernunftsbezogen zu betrachten, müssten wir die Zusammenarbeit mit dem tschechischen Part des Osterzgebirges deutlich verstärken.

Wie andere tschechische Jäger berichtete auch er über ein Geschlechterverhältnis von 1 : 7 (männlich zu weiblich), örtlich überhöhten Beständen, und mangelnden alten Hirschen.

Die Abschuss-Planerfüllung des GAP der HG (GJB+EJB) liegt nach fast 2 Jahren bei etwa 40% des Gesamtplans. Es scheint, als wäre deutlich weniger Rotwild bei uns, was sicherlich dem bislang fehlenden Winter anzulasten ist.

Zu einer Diskussion über ein Lebensraum- und Jagdkonzept kommt der Vorstand zu einer weiteren Arbeitssitzung am 27. Februar zusammen. Die Umsetzung eines solchen Konzeptes wird in ehrenamtlicher Tätigkeit vermutlich nicht machbar sein. Insofern wird der Schritt nach Erstellung eines Grundgerüstes die Beantragung von Fördermitteln zur Beauftragung personeller Ressourcen sein.

Autor: Carsten Geißler

Staatsministerium für Soziales und Gesundheit übernimmt Trichinen-Gebühren

Laut verwaltungsvorschrift vom 15. dezember 2017 übernimmt das sächsische Staatsministerium für Soziales und Gesundheit ab 01.01.2018 bis zum 31.12.2019 die Kosten für die Trichinenschau von Schwarzwild.Wie Vorstandmitglied Carsten Geißler beim Landratsamt erkundete, bleibt es bei den Ohrmarken und Wild-Ursprungsscheinen wie seit Jahren gehabt, das Landratsamt wird lediglich die Berechnung an das Ministerium vornehmen, statt an den einreichenden Jäger. Ob zu Dokumentationszwecken die Jäger noch eine NULL-EURO-Rechnung erhalten, ist noch unklar. Es wird weiterhin per email die Freigabebescheinigung versendet - alles wie bisher.Das SMS verspricht sich dadurch den auch wildbiologisch richtigen, aber im Zuge der Vorbeugung gegen ASP erforderlichen Reduktionsabschuss über verschärften Frischlingsabschuss zu verstärken.

Autor: Carsten Geißler

 

Fragen und Antworten zur ASP

Aufgrund des medialen Interesses hat der Deutsche Jagdverband die häufigsten Fragen zum Thema Afrikanische Schweinepest (ASP) in einem Faktenpapier beantwortet.

(Berlin, 18. Januar 2018)

Was sind die Symptome der ASP?

Bei europäischem Schwarzwild führt die Infektion zu sehr schweren, aber unspezifischen Allgemeinsymptomen wie Fieber, Schwäche, Fressunlust, Bewegungsstörungen und Atemproblemen. Durchfall und Blutungsneigung (Nasenbluten, blutiger Durchfall, Hautblutungen) können ebenfalls auftreten. Erkrankte Tiere zeigen mitunter eine verringerte Fluchtbereitschaft („Liegenbleiben in der Suhle“) oder andere Auffälligkeiten wie Bewegungsunlust und Desorientiertheit. Die Erkrankung betrifft alle Altersklassen und Geschlechter gleichermaßen und führt in nahezu allen Fällen zum Tod des Tieres etwa innerhalb einer Woche. Beim Aufbrechen der Stücke (Entnehmen der Organe durch einen Jäger) sollte auf vergrößerte, „blutige“ Lymphknoten, eine vergrößerte Milz und feine, punkt- oder flächenförmige Blutungen in den Organen, der Haut oder Unterhaut geachtet werden. Die Lunge und die Atemwege sind häufig mit Schaum gefüllt. Das Fehlen solcher Auffälligkeiten schließt nicht aus, dass es sich dennoch um ASP handelt. In Schweinebeständen in Afrika überleben Tiere häufig eine Infektion.

 

Wie viele Wildschweine gibt es in Deutschland?

Derzeit gibt es noch keine wissenschaftliche Methode, um Wildschweine zu zählen. Lediglich grobe Schätzungen sind möglich. Ausgehend von der durchschnittlichen jährlichen Reproduktionsrate von 230 Prozent (Tierärztliche Hochschule Hannover) und der DJV-Streckenstatistik (2016/17: knapp 600.000 Wildschweine) liegt der  Frühjahrsbestand bei etwa 300.000 Tiere. Diese Schätzung basiert auf der Annahme, dass Jäger nahezu den gesamten Nachwuchs abschöpfen. Bezogen auf den Herbstbestand erlegen Deutschlands Jäger also bereits jährlich zwei Drittel der Schweine.
 

Wie ist die ASP übertragbar?

Die Erkrankung kann direkt von Tier zu Tier oder indirekt über kontaminierte Gegenstände übertragen werden. Unter ungünstigen Bedingungen kann ein unachtsam entsorgtes Wurstbrot ausreichen, um die Seuche einzuschleppen und auch in Deutschland Ausbrüche zu provozieren. Besonders effizient ist die Übertragung über Körperflüssigkeiten, besonders Schweiß (Blut). Kleinste Tropfen reichen für eine Infektion.
 

Ist ASP ansteckend für den Menschen?

Die Afrikanische Schweinepest zählt nicht zu den Zoonosen und kann dementsprechend nicht auf den Menschen übertragen werden. Haus- und Wildschweine sind gleichermaßen empfänglich für das Virus.
 

Kann infiziertes Schweinefleisch gegessen werden?

Infiziertes Schweinefleisch ist völlig ungefährlich für den Menschen und könnte gegessen werden. Um eine Verschleppungsgefahr allerdings komplett auszuschließen, sollten infizierte Schweine nicht zu Lebensmitteln verarbeitet werden. Nachweislich wurde die Seuche beispielsweise von der Ukraine ins Baltikum über kontaminierte Rohwurst eingeschleppt.
 

Wie schnell breitet sich die ASP aus?

Die natürliche Ausbreitung der ASP über Wildschweine geht langsam voran und beträgt nach Angaben der Europäischen Lebensmittelsicherheitsbehörde EFSA mit höchstens 25 Kilometern pro Jahr. Besorgnis erregend ist die Ausbreitungsgeschwindigkeit über den Menschen: Auf Transitstrecken kann sich das Virus mit 90 Kilometern pro Stunde fortbewegen - beispielsweise im Schlamm in den Radkästen eines Lkw oder über kontaminierte Lebensmittel aus (Wild-)schweinfleisch (z.B. Salami, Räucherschinken). Das Virus kann selbst am Schuh mehrere Monate überleben. Biosicherheit an Parkplätzen, Bahnhöfen oder Grenzübergängen ist besonders wichtig, also beispielsweise verschlossene Abfallbehälter: Ein unachtsam entsorgtes Wurstbrötchen reicht, um die Seuche nach Deutschland zu bringen.
 

Welche Rolle spielen Wolf und andere Fleisch- und Aasfresser wie Fuchs bei der Ausbreitung der ASP?

Nach Auskunft des Friedrich-Loeffler-Instituts kann sich das Virus der Afrikanischen Schweinepest nur in Schweinen vermehren und wird daher nicht von Beutegreifern oder Aasfressern ausgeschieden, die es mit einem gerissenen Stück Schwarzwild oder an einem Kadaver aufgenommen haben. Alle Prädatoren, Greifvögel und Aasfresser könnten prinzipiell eine mechanische Vektorfunktion haben, wobei es keine Hinweise gibt, dass eine spezielle Art einen größeren Einfluss hat. Der Wolf nimmt keine Nahrungsvorräte über lange Distanzen mit, wie es der Mensch tut. Eine direkte Verschleppung ist somit unwahrscheinlich. Es gibt keine Hinweise, dass sich das Virus längerfristig über kontaminierte Zähne oder Haare übertragen lässt. Insbesondere Aasfressern kommt unter Umständen sogar eine positive Rolle bei der Beseitigung von Kadavern zu.
 

Die Schweinepest steht vor der Tür. Was muss jetzt getan werden?

Der Fokus muss auf Maßnahmen der Prävention liegen. Dazu gehört es, Wildschweine mit allen legalen Mitteln zu bejagen, vornehmlich junge Bachen. Ziel ist es, die Bestandsdichte und den Zuwachs weiter zu reduzieren. Ein weiterer Fokus muss auf der Biosicherheit liegen: Entlang von Transitstrecken sind verschlossene Abfallbehältnisse wichtig, damit Wildtiere infizierte Fleisch- und Wurstreste nicht verschleppen können. Ein dritter Fokus muss auf Früherkennung liegen: Verdächtige Wildschwein-Kadaver müssen vor Ort liegen bleiben und der zuständige Amtstierarzt muss umgehend informiert werden. Ein Abtransport des Kadavers ist wegen der Verschleppungsgefahr nur in einem dichten Behälter zulässig.
 

Wie stehen Jäger zum Wegfall von  Beschränkungen bei der Wildschweinjagd?

Eine Aufhebung von Schonzeiten sehen wir unkritisch. In der jetzigen Phase der Prävention ist allerdings der Elterntierschutz nicht verhandelbar: Eine Bache mit abhängigen Frischlingen darf nicht erlegt werden. Es macht Sinn, verstärkt junge weibliche Wildschweine zu bejagen. Die bis 2-jährigen Tiere tragen maßgeblich zur Fortpflanzung bei: 7 von 10 Frischlingen werden von jungen Bachen geboren.
 

Was fordern die Jäger, um besser jagen zu können?

Es gibt verschiedene Maßnahmen, die eine Bejagung von Wildschweinen erleichtern und dringend umgesetzt werden sollten:

  • Anlegen von Bejagungsschneisen im Frühjahr - in allen Feldkulturen, z.B. Raps, Mais, Weizen
  • Aufheben von Jagdverboten in Naturschutzgebieten, insbesondere in Schilfgebieten und Bruchwäldern. Dort halten sich Wildschweine bevorzugt auf.
  • Aufheben von Jagdruhezeiten
  • Aufwandsenschädigung für Monitoring und Beprobung (Trichinen, Blut- und Tupferproben) sowie ausreichend Probeabgabestellen
  • Unterstützung bei der Verkehrssicherung für Bewegungsjagden (weniger Bürokratie, Kostenübernhame und Personal)

 

Was ist von der angeblichen Forderung des Bauernverbandes zu halten, 70 Prozent der Wildschweine abzuschießen?

Die Forderung, den Bestand um 70 Prozent zu reduzieren, ist haltlos, weil keine Bezugsgröße genannt wird – weder räumlich noch zeitlich. Die Zahl beruht ausschließlich auf mathematischen Modellen der europäischen Lebensmittelsicherheitsbehörde EFSA für den Fall eines Ausbruchs der Schweinepest und hat nichts mit der praktischen Umsetzbarkeit zu tun. Bezugsgröße ist hier lediglich das klar umgrenzte Seuchengebiet. Maßnahmen wie Aushungern, Vergiften oder Schießen sind nur einige, die in Frage kommen, um dieses Ziel im Ernstfall möglichst zu erreichen (EFSA AHAW Panel, Scientific opinion on African swine fever. EFSA Journal 2015:13(7):4136, 92pp).

 

Welche Maßnahmen müssen bei einem ASP-Ausbruch eingeleitet werden?

Es gibt kein Allheilmittel gegen die Afrikanische Schweinepest. Ganz besonders wichtig ist die Früherkennung: Wenn ein Ausbruch umgehend gemeldet wird, können Maßnahmen eingeleitet werden, um die Verbreitung sofort zu unterbinden. Gemeinsam mit dem Friedrich-Loeffler-Institut hat der DJV einen Maßnahmenkatalog nach dem Werkzeugkasten-Prinzip entwickelt: Je nach Jahreszeit, Topographie oder Vegetation müssen unterschiedlichste Maßnahmen kombiniert werden. Der Maßnahmenkatalog hat Empfehlungscharakter, die Krisenstäbe vor Ort müssen im Seuchenfall dann die besten Maßnahmen kombinieren. Am besten ist es, wenn die Verantwortlichen bereits jetzt mögliche Szenarien durchdenken.

Der ASP-Maßnahmenkatalog von FLI und DJV.

 

Wie stehen Sie zum Einsatz von Nachtzielgeräten oder Sauenfängen?

Der Einsatz von Nachtzielgeräten ist waffenrechtlich verboten. Ob mit deren Einsatz ein langfristiger Jagderfolg zu erreichen ist, bleibt fraglich. Der Einsatz von Sauenfängen ist unter Tierschutzaspekten und Effektivität kritisch zu hinterfragen. Abgesehen von wenigen Ausnahmeregelungen ist der Einsatz von Saufängen in Deutschland verboten.
 

Was sollten Jäger in Hinblick auf Jagdreisen beachten?

Jäger sollten Regionen, die von der ASP betroffen sind, unbedingt meiden. In Osteuropa, insbesondere in Polen, Tschechien, im Baltikum, der Ukraine, Weißrussland sowie Russland gibt es regionale Seuchenherde. Jäger müssen auf Biosicherheit achten: Kleidung, Schuhe, Fahrzeuge und Jagdausrüstung müssen gründlich gereinigt oder desinfiziert werden.

 

Videoserie: Richtig handeln bei Unfällen im Revier

Manchmal werden Jäger im Revier mit medizinischen Notfällen konfrontiert. Der DJV erklärt in vier Erste-Hilfe-Videos was im Ernstfall zu tun ist.

(Berlin, 14. Dezember 2017) Jäger verunglücken gelegentlich während der Jagd durch Stürze vom Hochsitz, Herzversagen oder bei Waldarbeiten. Beteiligte sind oft ratlos und wissen nicht wie sie verletzten Personen helfen können, doch gerade im Wald ist eine effektive und schnelle Hilfe überlebenswichtig. Der Deutsche Jagdverband (DJV) lässt Experten des Deutschen Verbandes für Jagdmedizin zu Wort kommen, die richtiges Verhalten in Notfallsituationen zeigen. Ab heute ist das zweite Video einer 4-teiligen Serie zum Thema "Erste Hilfe bei der Jagd" online verfügbar. Der rund fünfminütige Clip erklärt, was bei stark blutenden Wunden, etwa nach einer Keilerattacke, beachtet werden muss.

Alle Videos sind nach der Veröffentlichung auf dem DJV-Youtube-Kanal auf folgender Seite abrufbar: bit.ly/2B61Vhk Jägerschaften können die Clips auf der eigenen Internetseite einbetten oder in den sozialen Medien teilen. Auf Anfrage bietet der DJV die Videoclips zum Download an.

 

Quelle: DJV

Statuskolloqium zum "Rotwildforschungsprojekt" Sachsenforst/TU Dresden

Am 23.September hatte der Staatsbetrieb Sachsenforst zum Statuskolloqium Zwischenbericht Rotwildforschungsprojekt mit der TU Dresden Abt. Forstzoologie eingeladen.

Aus unserer Hegegemeinschaft waren der Vorsitzende Norman Moucha, die Vorstandmitglieder Wolfram Gläser, Kurt Reichel und Carsten Geißler sowie unser Mitglied Lothar Göbel ebenso dabei wie Forstbezirksleiter Dr. Sven Irrgang und Revierleiter Thomas Funke.

Neben interessanten Sachvorträgen gab es durchaus kontroverse Diskussionen zu einzelnen Punkten, die große Frage nach verlässlichen Rotwild-Bestandszahlen liessen Sachsenforst und TU Dresden jedoch offen. 

Es liegen bislang nur die unzuverlässigen Ergebnisse des Distance Sampling, also der Befahrung von Transekten bei Nacht mit Nachsichtkameras vor, die mit vermeintlich allgemeingültigen Faktoren später hochgerechnet werden. Mehrere Wortmeldungen wiesen genau auf diesen Fehler hin, da häufig Äsungsflächen wie Polterplätze oder kleine Waldwiesen eben in der Nähe der Wege sind, wo sich das rudelbildende Rotwild dann aufhält, man aber möglicherweise auch keinen Faktor größer als 1 angesetzen kann, um Rückschlüsse auf die Population zu ziehen.

Hierzu sind im FoB-Untersuchungsgebiet von ca. 6.000 ha etwa 1.600 Losungsproben gesammelt worden, um eine Kotgenotypisierung zu machen, woraus man die Zahl männlich / weiblich berechnen kann, und die Zahl unterschiedlicher Individuen, leider jedoch keinen Altersklassenschlüssel.

Ebenso sind etwa 250.000 Fotofallen-Fotos auszuwerten, was noch lange nicht abgeschlossen ist.

Somit hat man erst mal in diesem Stadium des Projektes noch keine Populationsgrößen oder -strukturzahlen auf die man sich bei allen weiteren Planungen z.B. in der Hegegemeinschaft Osterzgebirge stützen könnte - diese bleiben abzuwarten!

25.09.2017 C. Geißler

 

Quelle: DJV

Beratung zur Evaluierung von Hegegemeinschaften in Sachsen - Studie von Dr. Denie Gerold und Dr. Friedhart Werthschütz am 07.06.2017 in Pillnitz auf Einladung der Oberen Jagdbehörde

 

Am 07. Juni 2016 waren neben weiteren der Vorstandsvorsitzende der HG Beerwalde Peter Schlottke und der stellvertretende Vorsitzende der HG Osterzgebirge Carsten Geißler zu einer gemeinsamen Beratung der Oberen Jagdbehörde mit weiteren Hegegemeinschaftsleitern, LJV-Präsident und beiden Stellvertretern, ÖJV-Vorsitzendem und Oberster Jagdbehörde nach Pillnitz eingeladen.

Abschlußbericht Evaluation Hegegemeinschaften
Evaluation der Hegegemeinschaften in Sachsen, Statusfeststellungen, Probleme, Folgerungen
Abschlussbericht-Guta_HeGe-mit_Anlagen.pdf (32.06MB)

Dort stellten Dr. Denie Gerold und Dr. Friedhart Werthschütz ihre Studie, finanziert aus Mitteln der Jagdabgabe, vor, die die Hegegemeinschaften insgesamt in Sachsen erfassen sollte, deren Status, Tun und Handeln darstellt, und die Probleme vor Ort und Kommentar zu jagdlichen und fachlichen Problemstellungen einmal komplex hinterfragen sollte.

Unter anderem waren die Ergebnisse der Studie, in der von offenbar 37 existierenden Hegegemeinschaften in Sachsen sich 32 die Mühe machten, den vielseitigen Fragebogen auszufüllen, folgende:

  • die rechtliche Situation und Stellung der Hegegemeinschaften ist deutlich zu schwach
  • Befugnisse/Empfehlungen von HGs müssen für alle Reviere im Wirkungsbereich verbindlich sein.
  • Verordnungen und Erlässe müssen eine "resultierenden" verpflichtende Mitgliedschaft schaffen.
  • die finanzielle Absicherung von Hegegemeinschaften als "Kinder des Gesetzgebers" ist unzureichend.
  • Abschussmeldungen zum 10.04. sind abzulehnen, Abschussmeldungen müssen monatlich an UJB/HG erfolgen.
  • Empfehlungen der HG im Jagdbeirat der Landkreise müssen verbindlich sein.
  • es wird eine Förderung auch dieses Ehrenamts gefordert (Zeitansatz!!!)
  • Bewegungsjagden im Januar sind per Verordnung auszuschließen

Die Veranstalter, die Obere Jagdbehörde, vertreten durch Frau Müller und Herrn Birka, sowie die Oberste Jagdbehörde, vertreten durch Herrn Gutzer, verkündeten nach Darstellung der Ergebnisse durch Dr. Gerold gleich unisono, aber jeder für sich, dass man über die rechtliche Stellung hier nicht diskutieren brauche, da diese Institutionen daran sowieso nicht ändern könnten.

Fragt sich nur, welches Podium die Hegegemeinschaften denn alternativ haben, um die schwache Situation und resultierende Probleme Richtung Staatsministerium zu verdeutlichen?!

M
anche(r) Jäger und Interessierte war vielleicht zum damaligen Rotwildsymposium in Radebeul, Carsten Geißler von der HG Osterzgebirge war vor 3 Jahren noch zu selbigem in Warnemünde.

Jeder, der dort den Vortragenden -meist Wissenschaftlern, oft aus verschiedenen europäischen Ländern- zuhört, musste zu der Erkenntnis kommen, dass es mit der Freiwilligkeit eben dann nicht getan ist, wenn es z.B. um Egoismen geht, die mancher Zeitgenosse noch glaubt in "seinem" Jagdrevier ausleben zu können, oder eben auch um die Einordnung von großen Abschussplänen (klar, auch Bundes- und  Landesforstverwaltung) in eine gesamte Populationssteuerung.

An jeder dieser Stellen muss man gezwungen sein, zu diskutieren und Lösungen zu finden, aber das ist eben bei der hiesigen Freiwilligkeit nicht gegeben.

Dass die Sichtweise der HGs auf diesen Umstand unterschiedlich ist, hängt sicherlich mit den regionalen Besonderheiten zusammen. Aber wir sehen an den Forderungen der Evaluierung in Sachsen,  sowie am Beispiel Rheinland-Pfalz und einigen weiteren Bundesländern, dass dort, wo insbesondere eben Rotwild-Populationen und deren Lebensraum zu steuern sind, Rotwild-Hegegemeinschaften Pflicht sind bzw.hier werden sollten. Die Forderung liegt klar auf dem Tisch.

Es geht nicht nur um Abschußplanung, sondern um Lebensraumverbesserung, Ruhezonen, Jagdmethoden, Besucher- und Tourismuslenkung.

In unserer HG Osterzgebirge ist die Situation sicher günstig:

  • wir haben in den letzten Jahren 2 Lebensraumprojekte realisiert,
  • wir haben eine Homepage www.jagd-osterzgebirge.de,
  • wir haben zwei Gruppenabschußpläne (VJB und EJB/GJB - auch so eine Fehlkonstruktion!) die wir intensiv miteinander beraten, und woraus wir die Rot-, Muffel- und Damwildpopulation steuern,
  • wir haben eine 2013 erneuerte Satzung
  • sowie eine seit 2013 eine Beitragssatzung;
  • wir haben eine intensive und gute Zusammenarbeit mit der UJB

--->unsere HG Osterzgebirge funktioniert bei allen Hakeleien bezüglich der Abschusszahlen und der Jagdmethoden im Januar vorbildlich, das erkennt sogar die Obere Jagdbehörde an (Einwurf Herr Birka).


Aber: egal wie und was wir diskutieren, Stückzahl, Jagdmethode, Nachtjagd, Fütterungskonzept oder sonst etwas --  wir haben keine Durchschlagskraft von Mehrheitsbeschlüssen und keine Verbindlichkeit unserer Empfehlungen, wir sind in der Tat "zahnlose Tiger", niemand muss sich einordnen, jeder kann -wenn er will- gehen.

Und weder Untere noch Obere Jagdbehörde muss unsere Empfehlungen in Bescheide übernehmen.
 

Wenn dieses Grund-Übel nicht zuerst wenigstens erkannt und in das SMUL transportiert wird, wird zumindest der Autor, stellvertr. Vorsitzender Carsten Geißler, an diesen Beratungen nicht mehr teilnehmen.

Autor: Carsten Geißler

 

Sie lieben die Natur? Für Sie sind Wald und Wild eine Einheit?

Dann sind Sie richtig auf diesen Seiten!

Wir Jäger haben Freude an der Ausübung des Weidwerks! Schließlich ist damit nicht nur das Naturerlebnis verbunden, sondern auch Spannung während der Jagd und die Befriedigung danach, ein Wildtier sauber zu erlegen....Mit der Jagd wird eine uralte, traditionsreiche Beschäftigung des Menschen in zeitgerechter Form weitergeführt.

Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass die Jagd in der heutigen Form keine Tierart auch nur annähernd in ihrer Existenz bedroht. Vielmehr wird durch die Jagd ein Teil der natürlichen Mortalität genutzt, und es wird nur der Zuwachs abgeschöpft. Ohne eine regelmäßige Bejagung würden die Schäden im Forst und in der Landwirtschaft sowie die Anzahl der Wildunfälle außerdem stark zunehmen.

Auf diesen Seiten finden Sie Informationen zu verschiedenen Tier- und Jagdarten, zu Jagdhunden und zum Lernort Natur, sowie zum Naturschutz. Und natürlich kommen die Wildrezepte nicht zu kurz...

Viel Spaß auf den Seiten der Hegegemeinschaft Osterzgebirge!