Hegegemeinschaft Osterzgebirge

Statuskolloqium zum "Rotwildforschungsprojekt" Sachsenforst/TU Dresden

Am 23.September hatte der Staatsbetrieb Sachsenforst zum Statuskolloqium Zwischenbericht Rotwildforschungsprojekt mit der TU Dresden Abt. Forstzoologie eingeladen.

Aus unserer Hegegemeinschaft waren der Vorsitzende Norman Moucha, die Vorstandmitglieder Wolfram Gläser, Kurt Reichel und Carsten Geißler sowie unser Mitglied Lothar Göbel ebenso dabei wie Forstbezirksleiter Dr. Sven Irrgang und Revierleiter Thomas Funke.

Neben interessanten Sachvorträgen gab es durchaus kontroverse Diskussionen zu einzelnen Punkten, die große Frage nach verlässlichen Rotwild-Bestandszahlen liessen Sachsenforst und TU Dresden jedoch offen. 

Es liegen bislang nur die unzuverlässigen Ergebnisse des Distance Sampling, also der Befahrung von Transekten bei Nacht mit Nachsichtkameras vor, die mit vermeintlich allgemeingültigen Faktoren später hochgerechnet werden. Mehrere Wortmeldungen wiesen genau auf diesen Fehler hin, da häufig Äsungsflächen wie Polterplätze oder kleine Waldwiesen eben in der Nähe der Wege sind, wo sich das rudelbildende Rotwild dann aufhält, man aber möglicherweise auch keinen Faktor größer als 1 angesetzen kann, um Rückschlüsse auf die Population zu ziehen.

Hierzu sind im FoB-Untersuchungsgebiet von ca. 6.000 ha etwa 1.600 Losungsproben gesammelt worden, um eine Kotgenotypisierung zu machen, woraus man die Zahl männlich / weiblich berechnen kann, und die Zahl unterschiedlicher Individuen, leider jedoch keinen Altersklassenschlüssel.

Ebenso sind etwa 250.000 Fotofallen-Fotos auszuwerten, was noch lange nicht abgeschlossen ist.

Somit hat man erst mal in diesem Stadium des Projektes noch keine Populationsgrößen oder -strukturzahlen auf die man sich bei allen weiteren Planungen z.B. in der Hegegemeinschaft Osterzgebirge stützen könnte - diese bleiben abzuwarten!

25.09.2017 C. Geißler

 

Afrikanische Schweinepest erreicht Tschechien

Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet von den ersten beiden Fällen der Afrikanischen Schweinepest in der Tschechischen Republik. Entdeckt wurden zwei infizierte Schweine. Der nächstgelegene Fundort ist 400 Kilometer entfernt in der Ukraine. Der DJV bittet Jäger in Deutschland um erhöhte Aufmerksamkeit.

(Berlin, 28. Juni 2017) Nach Angaben der internationalen Nachrichtenagentur Reuters wurden kürzlich zwei Wildschweine etwa 300 Kilometer südöstlich von Prag entdeckt, die an der Afrikanischen Schweinepest (ASP) gestorben waren. Damit ist die Afrikanische Schweinepest nur noch rund 300 Kilometer Luftlinie von der deutschen Grenze entfernt. Wie das Virus dorthin gelangt ist, bleibt unklar. Der räumlich nächstgelegene Nachweis liegt 400 Kilometer entfernt in der Ukraine. In der Slowakei, dem östlichen Nachbarn auf dem Weg in die Ukraine, wurde bisher kein ASP-Ausbruch gemeldet.

Die Europäische Lebensmittelsicherheitsbehörde EFSA geht davon aus, dass sich das Virus in der Natur etwa einen Kilometer pro Monat ausbreitet. Ein besonders großes Risiko stellt die Verschleppung des Virus durch den Menschen dar. Nach Auskunft des Friedrich-Löffler-Instituts (FLI) reicht im ungünstigen Fall bereits ein achtlos weggeworfenes Wurstbrot aus, um das Virus auf Wild- und Hausschweine zu übertragen. Reisende aus dem Baltikum, Russland, Weißrussland, Ukraine, Polen und Tschechien sollten Lebensmittel, die Teile von Haus- oder Wildschwein enthalten, nicht einführen. Auch Jagdtrophäen vom Wildschwein aus den betroffenen Regionen können ein Einschleppungsrisiko darstellen.

Der Deutsche Jagdverband (DJV) appelliert an alle Jägerinnen und Jäger in Deutschland, in Alarmbereitschaft zu sein. „Bei Auffälligkeiten im eigenen Revier sollte unverzüglich das Veterinäramt informiert werden“, sagt DJV-Vizepräsident und Veterinär Dr. Wolfgang Bethe. „Das Virus ist hoch ansteckend und für Schweine tödlich. Daher sollten alle Restriktionen, die eine effektive und flächendeckende Schwarzwildbejagung in Deutschland unterbinden, wie etwa die Jagdruhe in Schutzgebieten, aus dem Weg geräumt werden.“ Bei dem hohen Bestand an Hausschweinen in Deutschland dürfe man die Seuche nicht auf die leichte Schulter nehmen.

Laut FLI führt die ASP-Infektion bei europäischem Schwarzwild zu sehr schweren, aber unspezifischen Allgemeinsymptomen wie Fieber, Schwäche, Fressunlust, Bewegungsstörungen und Atemproblemen. Durchfall und Blutungsneigung (Nasenbluten, blutiger Durchfall, Hautblutungen) können ebenfalls auftreten. Erkrankte Tiere zeigen mitunter eine verringerte Fluchtbereitschaft („Liegenbleiben in der Suhle“) oder andere Auffälligkeiten wie Bewegungsunlust und Desorientiertheit. Die Erkrankung betrifft alle Altersklassen und Geschlechter gleichermaßen und führt in nahezu allen Fällen etwa innerhalb einer Woche zum Tod des Tieres. Beim Aufbrechen vermeintlich gesunder Tiere sollte grundsätzlich auf vergrößerte, „blutige“ Lymphknoten, eine vergrößerte Milz und feine, punkt- oder flächenförmige Blutungen in den Organen, der Haut oder Unterhaut geachtet werden. Die Lunge und die Atemwege sind häufig mit Schaum gefüllt.

Quelle: DJV

Beratung zur Evaluierung von Hegegemeinschaften in Sachsen - Studie von Dr. Denie Gerold und Dr. Friedhart Werthschütz am 07.06.2017 in Pillnitz auf Einladung der Oberen Jagdbehörde

 

Am 07. Juni 2016 waren neben weiteren der Vorstandsvorsitzende der HG Beerwalde Peter Schlottke und der stellvertretende Vorsitzende der HG Osterzgebirge Carsten Geißler zu einer gemeinsamen Beratung der Oberen Jagdbehörde mit weiteren Hegegemeinschaftsleitern, LJV-Präsident und beiden Stellvertretern, ÖJV-Vorsitzendem und Oberster Jagdbehörde nach Pillnitz eingeladen.

Abschlußbericht Evaluation Hegegemeinschaften
Evaluation der Hegegemeinschaften in Sachsen, Statusfeststellungen, Probleme, Folgerungen
Abschlussbericht-Guta_HeGe-mit_Anlagen.pdf (32.06MB)

Dort stellten Dr. Denie Gerold und Dr. Friedhart Werthschütz ihre Studie, finanziert aus Mitteln der Jagdabgabe, vor, die die Hegegemeinschaften insgesamt in Sachsen erfassen sollte, deren Status, Tun und Handeln darstellt, und die Probleme vor Ort und Kommentar zu jagdlichen und fachlichen Problemstellungen einmal komplex hinterfragen sollte.

Unter anderem waren die Ergebnisse der Studie, in der von offenbar 37 existierenden Hegegemeinschaften in Sachsen sich 32 die Mühe machten, den vielseitigen Fragebogen auszufüllen, folgende:

  • die rechtliche Situation und Stellung der Hegegemeinschaften ist deutlich zu schwach
  • Befugnisse/Empfehlungen von HGs müssen für alle Reviere im Wirkungsbereich verbindlich sein.
  • Verordnungen und Erlässe müssen eine "resultierenden" verpflichtende Mitgliedschaft schaffen.
  • die finanzielle Absicherung von Hegegemeinschaften als "Kinder des Gesetzgebers" ist unzureichend.
  • Abschussmeldungen zum 10.04. sind abzulehnen, Abschussmeldungen müssen monatlich an UJB/HG erfolgen.
  • Empfehlungen der HG im Jagdbeirat der Landkreise müssen verbindlich sein.
  • es wird eine Förderung auch dieses Ehrenamts gefordert (Zeitansatz!!!)
  • Bewegungsjagden im Januar sind per Verordnung auszuschließen

Die Veranstalter, die Obere Jagdbehörde, vertreten durch Frau Müller und Herrn Birka, sowie die Oberste Jagdbehörde, vertreten durch Herrn Gutzer, verkündeten nach Darstellung der Ergebnisse durch Dr. Gerold gleich unisono, aber jeder für sich, dass man über die rechtliche Stellung hier nicht diskutieren brauche, da diese Institutionen daran sowieso nicht ändern könnten.

Fragt sich nur, welches Podium die Hegegemeinschaften denn alternativ haben, um die schwache Situation und resultierende Probleme Richtung Staatsministerium zu verdeutlichen?!

M
anche(r) Jäger und Interessierte war vielleicht zum damaligen Rotwildsymposium in Radebeul, Carsten Geißler von der HG Osterzgebirge war vor 3 Jahren noch zu selbigem in Warnemünde.

Jeder, der dort den Vortragenden -meist Wissenschaftlern, oft aus verschiedenen europäischen Ländern- zuhört, musste zu der Erkenntnis kommen, dass es mit der Freiwilligkeit eben dann nicht getan ist, wenn es z.B. um Egoismen geht, die mancher Zeitgenosse noch glaubt in "seinem" Jagdrevier ausleben zu können, oder eben auch um die Einordnung von großen Abschussplänen (klar, auch Bundes- und  Landesforstverwaltung) in eine gesamte Populationssteuerung.

An jeder dieser Stellen muss man gezwungen sein, zu diskutieren und Lösungen zu finden, aber das ist eben bei der hiesigen Freiwilligkeit nicht gegeben.

Dass die Sichtweise der HGs auf diesen Umstand unterschiedlich ist, hängt sicherlich mit den regionalen Besonderheiten zusammen. Aber wir sehen an den Forderungen der Evaluierung in Sachsen,  sowie am Beispiel Rheinland-Pfalz und einigen weiteren Bundesländern, dass dort, wo insbesondere eben Rotwild-Populationen und deren Lebensraum zu steuern sind, Rotwild-Hegegemeinschaften Pflicht sind bzw.hier werden sollten. Die Forderung liegt klar auf dem Tisch.

Es geht nicht nur um Abschußplanung, sondern um Lebensraumverbesserung, Ruhezonen, Jagdmethoden, Besucher- und Tourismuslenkung.

In unserer HG Osterzgebirge ist die Situation sicher günstig:

  • wir haben in den letzten Jahren 2 Lebensraumprojekte realisiert,
  • wir haben eine Homepage www.jagd-osterzgebirge.de,
  • wir haben zwei Gruppenabschußpläne (VJB und EJB/GJB - auch so eine Fehlkonstruktion!) die wir intensiv miteinander beraten, und woraus wir die Rot-, Muffel- und Damwildpopulation steuern,
  • wir haben eine 2013 erneuerte Satzung
  • sowie eine seit 2013 eine Beitragssatzung;
  • wir haben eine intensive und gute Zusammenarbeit mit der UJB

--->unsere HG Osterzgebirge funktioniert bei allen Hakeleien bezüglich der Abschusszahlen und der Jagdmethoden im Januar vorbildlich, das erkennt sogar die Obere Jagdbehörde an (Einwurf Herr Birka).


Aber: egal wie und was wir diskutieren, Stückzahl, Jagdmethode, Nachtjagd, Fütterungskonzept oder sonst etwas --  wir haben keine Durchschlagskraft von Mehrheitsbeschlüssen und keine Verbindlichkeit unserer Empfehlungen, wir sind in der Tat "zahnlose Tiger", niemand muss sich einordnen, jeder kann -wenn er will- gehen.

Und weder Untere noch Obere Jagdbehörde muss unsere Empfehlungen in Bescheide übernehmen.

 

Wenn dieses Grund-Übel nicht zuerst wenigstens erkannt und in das SMUL transportiert wird, wird zumindest der Autor, stellvertr. Vorsitzender Carsten Geißler, an diesen Beratungen nicht mehr teilnehmen.

Autor: Carsten Geißler

 

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Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass die Jagd in der heutigen Form keine Tierart auch nur annähernd in ihrer Existenz bedroht. Vielmehr wird durch die Jagd ein Teil der natürlichen Mortalität genutzt, und es wird nur der Zuwachs abgeschöpft. Ohne eine regelmäßige Bejagung würden die Schäden im Forst und in der Landwirtschaft sowie die Anzahl der Wildunfälle außerdem stark zunehmen.

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